McKinsey: Ausgebildete Mediziner in der Beratung

PD Dr. med Sören Eichhorst ist Leiter des McKinsey Hospital Instituts

PD Dr. med Sören Eichhorst ist Leiter des McKinsey Hospital Instituts, das sich mit der strategischen Beratung im Krankenhausbereich befasst. Vor mehr als zehn Jahren war der Mediziner als Facharzt tätig und beschloss anschließend in die Beratungsbranche zu wechseln.

Mediziner in der Beratung – Drei Fragen an McKinsey-Consultant PD Dr. med Sören Eichhorst, Leiter des McKinsey Hospital Instituts

Welches ist die aktuell wichtigste Fragestellung bei strategischen Neuausrichtungen von Krankenhäusern und Klinikverbünden?
Das Wichtigste ist, vom Ende her zu denken. Zunächst muss man wissen: Wo genau wollen wir – mit welchem Zeithorizont – hin? Nehmen wir zum Beispiel an, dass dieser Zeithorizont im Jahr 2030 liegt. Wir beschäftigen uns dann damit, wie die Nachfrage von medizinischen Leistungen in diesem Jahr aussieht. Daraus wiederum ziehen wir Schlüsse darüber, wie wir uns heute aufstellen müssen, damit wir die gesetzten Ziele in 2030 erreichen können. Demografische Trends sowie der zukünftige Bedarf an Fachkräften werden beispielsweise analysiert. Alles zusammengenommen kann man diesen Prozess auch als Change Management bezeichnen.

In welchem Haus wurden von McKinsey installierte Aufbau- und Ablauforganisationen eingeführt, die Ihrer Meinung nach als Best Practice-Beispiel taugen?
Vor einigen Jahren gab es in Berlin verschiedene Krankenhäuser, die sich zu dem Verbund Vivantes zusammengeschlossen haben. Diesen Prozess haben wir intensiv begleiten dürfen und uns damit befasst, wie die einzelnen Häuser selbst und die Führungsstruktur insgesamt aufgestellt sein muss, damit sich die Krankenhäuser bestmöglich in den Verbund einfügen können. Im Grunde waren wir Berater für die einzelnen Häuser als auch für den Verbund. Das hat gut funktioniert: Vivantes ist heute in Berlin der zweitgrößte Player neben der Charité.

Wie kam es dazu, dass Sie als Mediziner heute als Berater arbeiten?
Vor über zehn Jahren bin ich als Facharzt für Innere Medizin ausgestiegen, da ich gesehen habe, dass es im medizinischen Bereich eine ganze Reihe an Insuffizienzen im Bereich der Aufbau- und Ablauforganisationen gibt. Nach meiner rein ärztlichen Facharzterfahrung schien mir die Beratung eine ganz gute Möglichkeit zu sein, diese eher wirtschaftlich orientierten Themen zu adressieren. Für mich war es der richtige Weg und inzwischen gibt es viel Bewegung in der Branche und Dinge, die man verändern und verbessern kann.

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