Wo bei anderen lediglich Balkonien ruft, lockt im Heidekreis die Natur ins Freie. Die kann man in diesem Landkreis mitten in Niedersachsen mit einem der größten Naturschutzgebiete Deutschlands, der Lüneburger Heide, noch echt erleben. So kann es schon einmal vorkommen, dass man mitten auf dem Weg zu einer Tagung in einer Heidschnuckenherde feststeckt oder morgens am Esstisch Kranichschwärme hört, die auf dem Weg zu einer der vielen Moorflächen oder dem Aller-Leine-Tal sind.


Wer denkt im ländlichen Heidekreis nichts erleben zu können, der irrt allerdings. Es ist nur alles etwas kleiner, familiärer, spontaner. Das Konzert findet man in einer Kneipe um die Ecke oder auf kleinen Festivals wie dem HöpenAir oder dem Heimatzoo-Festival. Das Theater findet man im Sommer auch mal auf einer Obstwiese (für Beleuchtung und Sicherheit sorgt die freiwillige Feuerwehr). Und wer hätte gedacht, dass man in einer ehemaligen Scheune zeitgenössische Kunst von internationalem Rang findet? Eines kann man den Heidjern (ein fester Begriff im Duden) definitiv nicht vorwerfen: unmusikalisch, unkreativ oder in sich gekehrt zu sein. Man muss nur losgehen und den Heidekreis entdecken wollen.
Das Erkunden lohnt sich. Man findet kleine Events, Künstlerwerkstätten, kleine Manufakturen oder außergewöhnliche Höfe. An Höfen wie der Straußenfarm in Vierde, der Bisonfarm Essel, der Ginsengfarm in Bockhorn, der Chilli-Manufaktur in Soltau und dem Weidenhof (solidarische Landwirtschaft) merkt man schnell eines: Hier habe ich alle Möglichkeiten und kann auch ungewöhnliche Ideen noch umsetzen. Man kommt voll auf seine Kosten, legt man besonderen Wert auf seine Ernährung und auf regionale, nachhaltige Konzepte. Da wundert es auch nicht dass sich der Landkreis seinen Fokus auf grüne Technologien richtet (3N Kompetenzzentrum, Wasserstoff) oder es auch ein regionales Bier namens Schnuckenbräu gibt.
Wem das immer noch zu wenig Pepp hat, der kann es natürlich auch größer haben und die zahlreichen touristischen Angebote nutzen. Wer kennt sie nicht, den Heide-Park Soltau, den Serengeti-Park Hodenhagen oder den Vogelpark Walsrode? Das nur um die drei bekanntesten Ziele zu nennen. Wer es im Sommer mal kühl braucht, kann sich im Snow Dome in Bispingen in den Schnee werfen, wer es im Winter warm haben möchte, kann die Soltau Therme besuchen. Wem der Wilseder Berg nicht das richtige Höhenfeeling bietet, besucht die Höhenwegarena in Schneverdingen. Ein ausgiebiges Shoppingerlebnis findet sich im Designer Outlet Soltau. Auf www.erlebniswelt-lueneburger-heide.de finden sich weitere spannende Ziele.
Tourismus ist tatsächlich der stärkste Wirtschaftszweig im Heidekreis. Und das keineswegs, weil es hier nichts anderes gibt. Die A 27 und die A 7 schaffen gute Anbindungen, was auch der Wirtschaft zu Gute kommt. National bekannt dürften neben den touristischen Betrieben die Eckes AG (Granini), Mondeléz International (Milka, Philadelphia), Dow Wolff Cellulosics GmbH und die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbh & Co.KG sein. Tatsächlich ist der Heidekreis aber auch groß in der Metallverarbeitung und nicht vergessen werden darf der Bundeswehrstandort in Munster mit dem Nato-Truppenübungsplatz (übrigens in vielen Bereichen auch eine wertvolle Naturlandschaft). Besonders spannend sind die versteckten Marktführer. Um einige zu nennen die Frequon GmbH, SpinBlades und Röders TEC.

Trotz einer sehr guten Breitbandinfrastruktur (über 80 Prozent der Heidjer verfügen über sehr schnelles Internet), bleibt der „Dorffunk“ eine wichtige Informationsquelle. Man kennt sich halt. Wie gut dies funktioniert, bestätigt der junge Mediziner Johannes Teller, der im Heidekreis sein Blockpraktikum für Allgemeinmedizin absolviert hat: „Auch die Vernetzung im Dorf, allein wie schnell es sich rumgesprochen hatte, dass wir Medizinstudierenden da sind, hat mich doch überrascht. Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass wir sehr herzlich aufgenommen wurden“.

Kooperationen zu den Metropolen werden im Gesundheitswesen des Heidekreises auch in anderen Bereichen gepflegt. So ist das Heidekreis-Klinikum auch akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg. Laura Zielonka hat ihr Praktisches Jahr (PJ) im Heidekreisklinikum absolviert und berichtet über die Arbeit im Klinikum: „Ich kann jedem Medizinstudierenden, der die Entscheidung noch vor sich hat, der die Hoffnung hat, sowohl wissenschaftlich als auch menschlich viel zu lernen, wärmstens ein Tertial in der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Heidekreisklinikum Walsrode empfehlen.“
Wer sich nicht niederlassen mag sondern eher eine Anstellung sucht, kann diese in einer der drei Kliniken des Landkreises, in einer bereits bestehenden Praxis oder beim Gesundheitsamt des Heidekreises finden.
Nicht nur für Niederlassung, sondern auch für das Praktische Jahr, die Weiterbildung und eine Anstellung können beim Landkreis Fördergelder beantragt werden.
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